Das erste Karpometakarpalgelenk wird als "Daumensattelgelenk" bezeichnet,
obwohl der eigentliche Daumen erst ein Gelenk weiter distal anfängt. Das zur
Handwurzel gehörende Os trapezium (Großes Vieleckbein) und das Os
metacarpi I (erster Mittelhandknochen) tragen beide ein gleichförmiges, wie
ein Reitersattel geformtes Gelenkende. Da die sattelförmigen Gelenkflächen
quer zueinander liegen, sind Bewegungen um zwei senkrecht aufeinander stehende Hauptachsen möglich.
Die Bewegungen um diese Hauptachsen werden in Lehrbüchern unterschiedlich
beschrieben:
Um die eine Gelenkachse - sie liegt wegen der Gewölbeform der Handwurzel
schräg zur Handebene - wird der Daumen opponiert und reponiert.
In Opposition steht er den anderen Fingern zur Bildung der Greifzange
gegenüber. Reponiert liegt er mit ihnen in einer Ebene.
Die zweite Hauptachse verläuft rechtwinklig zur vorigen. Um sie erfolgt die Ab-
und Adduktion des Daumens. Abduktion bedeutet Abspreizen des 1.
Metakarpale samt Daumen, Adduktion deren Anlegen an die Hand bei Re- oder
Opposition.
Wenn der Daumen radialwärts vom Zeigefinger abgespreizt ist, nimmt er
Repositions- und zugleich Abduktionsstellung ein. Steht er den anderen Fingern
palmar abgespreizt gegenüber (offene Greifzange), ist er im Sattelgelenk
abduziert und opponiert. Die meisten Daumenbewegungen sind solche
Kombinationsbewegungen um beide Achsen des Sattelgelenkes.
Quelle: Klaus Uhlmann: Lehrbuch der Anatomie des
Bewegungsapparates, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiesbaden,
4., gründlich überarbeitete und aktualisierte Auflage 1996, S. 210
In Ruhestellung befindet sich die Längsachse des Trapeziumsattels um 30-45°
gegenüber der Achse der Handwurzel nach palmar versetzt. Um diese Achse kann
der Daumen um etwa 30° nach dorsal geführt werden (Extension) und um
etwa 40° schräg nach vorn gebracht werden (Flexion). Um die senkrecht
zu der Flexionsachse verlaufenden Abduktionsachse kann der Daumen adduziert und
abduziert werden. In Ruhestellung steht der Daumen um etwa 30-40° abduziert.
Aus dieser Stellung kann er noch um etwa 10° weiter vom Zeigefingerstrahl in in
palmoradialer Richtung abduziert werden. Die Adduktion beträgt aus der
Ruhestellung etwa 30-40° (Anpressen des Daumens an den Zeigefingerstrahl. Beim Daumenkreisen
(Zirkumduktion) findet eine Kombination von Adduktion, Abduktion, Flexion und
Extension statt. Als Opposition wird eine Kombinationsbewegung aus
Adduktion, Flexion und Innenrotation des Daumens verstanden.
Quelle: Detlev Drenckhahn in Benninghoff, Alfred: Anatomie: makroskopische
Anatomie, Embryologie und Histologie des Menschen, Hrsg. von Detlev
Drenckhahn und Wolfgang Zenker, Urban & Schwarzenberg Verlag, München -
Wien - Baltimore, 15., völlig neu bearbeitete Auflage 1994, S. 448
Anatomie der Hand, allgemein verständlich